, Willi Steffen

«Ich bin mega stolz auf die Mannschaft»

1. Liga, Gruppe 2: HC KTV Altdorf – Handball TV Muri 32:33 (15:12)

Dank einer bärenstarken zweiten Halbzeit lebt der Traum der Aufstiegsspiele für die Murianer weiter. Um die formstarken Altdorfer zu besiegen, brauchte es aber einen Noel Angehrn und einen Torhüter Ivo Rütimann in Hochform und ein Team welches den Sieg mit jeder Faser des Körpers wollte.
 
Beim TV Muri wachsen die Bäume in den Himmel. Nichts scheint in der aktuellen Verfassung unmöglich. Schmerzlich erfahren, musste dies am vergangenen Samstag ein formstarker KTV Altdorf in seinem letzten Saisonspiel. Und dies vor heimischer Kulisse. Einmal mehr ballerten die Freiämter in den letzten und entscheidenden zehn Minuten einen Gegner aus der Halle. Dasselbe Szenario spielte sich schon vor Wochenfrist gegen Kriens-Emmen und in einigen Spielen davor ab.
 
Noel Angehrn übernimmt Verantwortung
Dass es für Muri vor einer stimmungsvollen Kulisse um nicht weniger geht als um eine Finalissima am kommenden Samstag gegen die Ehrendingen Celtics um die Aufstiegsspiele, scheint die junge Mannschaft eher zu beflügeln als zu blockieren. Als es in einer engen Partie darauf ankommt, sind die Jungs zur Stelle. Allen voran Teamleader Noel Angehrn. Jetzt übernimmt der 24-Jährige Verantwortung und geht vehement in den Abschluss. Muri legt vor, Altdorf zieht nach, so kann man den Spielverlauf ab der 45. Minute auch beschreiben. Namentlich heisst das überspitzt gesagt Noel Angehrn schiesst sein Team in Führung, Ivan Medic, der Topskorer der Urner, gleicht aus. Angehrn erzielt dabei von der 45. Minute bis zum Schlusspfiff von den zehn Muri-Toren deren sechs. Bei Ivan Medic sind es von neun Treffern ebenfalls sechs. «Ich habe mir heute vorgenommen, alles für den Sieg zu tun, was möglich ist. In der zweiten Halbzeit schaute ich nicht mehr auf die Anzeigetafel. Es ging nur noch darum, alles rauszuhauen. Wir haben heute über die gesamte Partie bewiesen, dass wir diesen Sieg unbedingt wollten», sagt Noel Angehrn. In der entscheidenden Phase habe er gemerkt, dass ihn brauche und sein Vertrauen sei von Tor zu Tor gestiegen, fügt er an.
 
Durchhänger vor der Pause
Muri macht in dieser Phase praktisch alles richtig und kann auf einen formstarken Torhüter Ivo Rütimann zählen. «Heute haben wir bewiesen, dass wir als Team in den letzten drei Jahren gewachsen sind. Ich habe nie am Sieg gezweifelt», sagt Ivo Rütimann. Technische Fehler oder Fehlschüsse sind an einem Finger abzuzählen. Jede Entscheidung, die getroffen wird, erweist sich als richtig. Erst auf den Siegtreffer (32:33) von Mirco Külling 37 Sekunden vor Schluss haben die Urner keine Antwort mehr. Die starke Phase der Murianer beginnt aber schon nach der Pause. Zuvor verpasste man es in der ersten Halbzeit eine länger anhaltende Zwei-Tore-Führung auszubauen. Im Gegenteil. Kurz vor der Pause zieht Muri eine Schwächephase ein, die mit einem Drei-Tore-Rückstand bestraft wird. Dieser ist aber nach dem Wideranpfiff schon bald Geschichte und die Gäste nehmen Fahrt auf.
 
Muri überzeugt als Kollektiv
Bei Muri überzeugt neben dem schon erwähnten Noel Angehrn in erster Linie das Kollektiv. Mit einem unbändigen Willen ziehen die Jungs ihr Ding durch. Gegenseitig peitscht man sich zu Höchstleistungen an. Das Toreschiessen ist auf mehreren Schultern verteilt. Namentlich sind das unter anderem Levi Wey, Daniel Lang, Mirco Külling und Simon Hafner, die alle mindestens vier Tore erzielen. Mit dieser herausragenden Leistung im vorletzten Spiel haben sich die Freiämter die Finalissima am kommenden Samstag in Muri gegen das Zoltan Cordas-Team, Ehrendingen Celtics, mehr als verdient. Betrachtet man die Formkurve der vergangenen Spiele, kann sich Muri dabei einiges ausrechnen. «Dass die Mannschaft nach dem Drei-Tore-Pausenrückstand weitergemacht hat, als wäre nichts gewesen, ist aller Ehren wert. Das Spiel stand einige Male auf der Kippe, wo wir uns keine blöden Aktionen leisten durften. Ich bin mega Stolz auf die Mannschaft, und freue mich für sie, dass sie sich dieses Endspiel erarbeitet hat», sagt Trainer Björn Navarin.  
 
Telegramm:
Feldli, Altdorf. – 200 Zuschauer. – SR: Celentano / Baumann
Muri: I. Rütimann, Baeriswyl; Galizia (2), Külling (5), Furter (2), T. Angehrn, Kreyenbühl, Rey, Hafner (4), N. Angehrn (11), Wey (5/5), Dani Lang (4), Schwenkfelder, Mrose.
Altdorf: Malek, Arnold; De Sousa (1), Wunderlin, Reichmuth (1), Baumann (3), M. Inderbitzin (3/3), Schleich (6), Lemmel, C. Inderbitzin (4), Auf Der Mauer, Medic (12/2), Male (2), S. Inderbitzin. 
Bemerkungen: Strafen: 1-mal 2 Minuten für Muri, 2-mal 2 Minuten für Altdorf. Siebenmeter: 7/7 für Muri, 5/5 für Altdorf.