, Willi Steffen
Muri als Mentalitätsmonster
Nichts kann den Handball TV Muri aufhalten. Über weite Strecken der Partie liegt man gegen Kriens-Emmen im Hintertreffen. Nach der Pause wird der Schalter umgelegt. Dank einem unbändigen Willen und Nerven aus Stahl, gewinnt Muri schliesslich auch die vierte Partie in Serie und träumt weiter von den Aufstiegsspielen.
Knapp 50 Minuten lang rennt der TV Muri in einer hart umkämpften Partie gegen Kriens-Emmen einem Rückstand hinterher. Mit mehr als vier Toren lassen die Freiämter aber die Luzerner nicht davonziehen. Dann folgt die grosse Wende. Wie schon vor Wochenfrist gegen Willisau in der Schlussphase. Ilias Mrose bringt in der 51. Minute die Einheimischen mit 27:26 in Führung. Jetzt brechen in der Bachmattenhalle alle Dämme. Das Publikum, welches seine Mannschaft schon zuvor zu Höchstleistungen angepeitscht hat, legt jetzt nochmals eine Schippe drauf. Die Bachmattenhalle verwandelt sich in einem Hexenkessel.
Nerven aus Stahl
Die jungen Wilden werden dadurch buchstäblich zum Sieg getragen. Die Gäste lassen sich aber nicht so einfach abschütteln und gleichen den Spielstand mehrmals aus. Auf die 29:28 Führung (56.) haben sie aber keine Antwort mehr. Die Murianer sind jetzt längst im Killermodus. Durch nichts mehr lassen sie sich aufhalten und ziehen innert wenigen Minuten auf 31:28 davon. Nerven aus Stahl beweist dabei Levi Wey. Zwischen der 49. und 60. Minute verwandelt er gleich drei Siebenmeter. Einer wichtiger als der andere. Auch die drei Paraden innert Kürze von Torhüter Ivo Rütimann tragen zur Wende bei. Die Gäste, die in den vergangenen Wochen das Feld von hinten aufgerollt haben, werden zu Statisten degradiert. «Ich finde es grossartig, wie sich die Jungs in der zweiten Halbzeit am Kragen herausgezogen und ohne Ende gefightet haben. Nach dem Motto: «Feuer frei» haben sie nach der Pause Gas gegeben», sagt Trainer Björn Navarin.
Durchzogene erste Halbzeit
In der ersten Halbzeit war Muri, wie meist in den vergangenen Wochen, anfällig für Fehler. Zu viele leichte Tore wurden zugelassen. Leidtragende waren dabei auch die beiden Torhüter, die von der Abwehr zu wenig Unterstützung erhielten und dementsprechend machtlos waren. Die 19 Tore, die man vor der Pause kassiert hatte, sprechen Bände. Die Verunsicherung in der Abwehr übertrug sich auch auf das Angriffsspiel. Zu viele falsche Entscheidungen und Fehlwürfe prägten in dieser Phase das Spiel der Murianer. Da sich auch bei den Luzernern einige Unsauberkeiten einschlichen, war die Partie kein Augenschmaus. Statt Spielfluss und Handball Ästhetik waren Kampf und Krampf angesagt. «Es kann sein, dass der Blick auf die Rangliste mit den Spielern etwas macht. Ich versuchte ihnen aber einzutrichtern, dass wir nichts zu verlieren haben und wir nur etwas gewinnen können», meint Björn Navarin.
Kampf um Rang zwei spitzt sich zu
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich die Abwehr stabiler. Nun kassierte Muri nur noch elf Tore. Damit und vor allem mit der Kampfmentalität wurde die Basis für den späteren Sieg gelegt. Die Energie, welche vom Publikum aus ging, übertrug sich nun auch auf die eigene Mannschaft. Während Muri einen Zacken an Intensität zulegte, kamen die Gäste, je länger die Partie dauerte, desto mehr an ihre Leistungsgrenze.
Mit diesem Sieg und der Niederlage der Ehrendinger Celtics in Willisau, können die Freiämter sich aus eigener Kraft für die Aufstiegsspiele qualifizieren. Mit einem Sieg am kommenden Samstag in Altdorf, käme es eine Woche später in Muri beim Direktduell gegen das Team von Ex-Muri Trainer Zoltan Cordas zum grossen Showdown.
Telegramm:
Bachmatten. – 280 Zuschauer. – SR: Fallegger / Leu.
Muri: I. Rütimann, Baeriswyl; Külling (3), Furter (4), T. Angehrn, Kreyenbühl, Willimann, Hafner (5), N. Angehrn (7), Wey (9/7), Mrose (2), Schwenkfelder, Lang (2), Rey.
Kriens-Emmen: Skelaj, Schmitt; Jarchow (1), Schnyder (4/3), Achermann (8), Janes (3/1), Huber, Walker (6), Lehmann (4), Buholzer, Doudin (4).
Bemerkungen: Strafen: 2-mal 2 Minuten für Muri, 4-mal 2 Minuten für Kriens-Emmen. Siebenmeter: 7/8 für Muri, 4/4 für Kriens-Emmen.