, Willi Steffen

Starke Abwehr als Erfolgsgarant

1. Liga, Gruppe 2: TV Dagmersellen - Handball TV Muri 21:27 (10:12)

Dank einer Leistungssteigerung in den letzten 15 Minuten gewinnt der TV Muri gegen den Drittletzten TV Dagmersellen schliesslich deutlich. Die Basis für den Sieg wurde durch eine starke Verteidigung gelegt. Herausragend bei Muri war Torhüter Ivo Rütimann mit einer Fangquote von 43 Prozent.
 
Über weite Strecken der Partie tut sich der TV Muri in Dagmersellen schwer. Zwar liegt man meist in Führung aber entscheidend absetzen kann man sich nicht. Auf der anderen Seite lassen die Murianer in der Defensive nicht viel zu. Wird der Abwehrriegel einmal geknackt, steht da ein überragender Torhüter Ivo Rütimann. Seine Abwehrquote von 43 Prozent spricht Bände. Den Gastgebern ist anzumerken, dass sie aufgrund der Tabellenlage unter Druck sind. Auf den rettenden neunten Rang fehlen dem Elftklassierten vor dieser Partie vier Punkte.
 
«zu viel quer gespielt»
Auf das Spiel der Murianer hat diese Konstellation keinen Einfluss. Die Freiämter legen von Anfang an vor und liegen praktisch immer in Führung. Aber jedes Mal, wenn man die Gelegenheit hat, sich entscheidend abzusetzen, folgen Unkonzentriertheiten, hauptsächlich im Angriff. «In diesen Phasen spielten wir im Angriff zu viel quer. Jeder hat die Verantwortung auf den anderen geschoben und unser Spiel wurde dadurch zu kompliziert», sagt Muris Co-Trainer Thomas Stenz. Die Innerschweizer, denen man kämpferisch keinen Vorwurf machen kann, nutzen diese Phasen und kommen wieder heran. Als ihnen in der 44. Minute erstmals der Ausgleich (17:17) gelingt, steht die Partie auf Messers Schneide.
 
15-minütige Machtdemonstration
Wie auf Knopfdruck legen nun aber die Murianer den Schalter um. Was jetzt folgt, ist eine Machtdemonstration. Angeführt von einem starken Lukas Schwenkfelder in der Abwehr, lässt man nun dem Gegner keine Chance mehr. Muri spielt nun seine Stärke, sprich das Tempospiel aus. Tore im Minutenpakt werden erzielt. Sei es vom Kreis, von der Flügelposition oder vom Rückraum aus. Dagmersellen auf der anderen Seite findet keine Mittel, die jungen Freiämter aufzuhalten. Nun ist augenscheinlich, dass sie sich mitten im Abstiegskampf befinden. Dementsprechend verunsichert agieren sie auf das Murianer Angriffsfeuerwerk. «Mit dem Eintritt von Lukas Schwenkfelder wurde die Abwehr stabiler und im Angriff hatten wir mehr Tiefe. Vorne wurden die richtigen Entscheidungen getroffen und man ging vermehrt wieder ins Eins gegen Eins. Der Auslöser war aber die starke Abwehr, die uns einige Gegenstösse mit schönen Toren ermöglichte. Genauso stellen wir uns unser Spiel vor», sagt Thomas Stenz.
 
Antreiber und Torschütze
Entscheidend für Muri war auch, dass man den gegnerischen Topskorer Urs Oggier über die gesamte Partie nicht gewähren liess. Weiter kommt hinzu, dass bei den Freiämtern das Toreschiessen auf mehreren Schultern verteilt wurde. Einen gewichtigen Anteil am Erfolg hatten Ilias Mrose und Mirco Külling. Mrose war der Antreiber im Rückraum und ein stetiger Unruheherd. Külling auf der anderen Seite überzeugte als Torgarant. Seine fünf, teils sehenswerten Tore von der Kreisposition aus, untermauern diese These.
Mit diesem Sieg und der Niederlage von Kriens-Emmen festigen die Murianer den dritten Rang. Nun folgt am kommenden Samstag in Muri das direkte Duell gegen den Luzerner Tabellennachbarn. Will man weiter an den Aufstiegsspielen schnuppern, wird wohl ein Sieg die einzige Option sein.
 
Telegramm:
Chrüzmatt, Dagmersellen. – 165 Zuschauer. – SR: Bertin / Tihomir
Muri: I. Rütimann, Schleiss, Baeriswyl; Galizia (1), Külling (5), Furter (3/3), T. Angehrn, Kreyenbühl (5), Rey, Hafner (3), N. Angehrn (4), Lang (2), Schwenkfelder, Mrose (4).
Dagmersellen: Fiedler, Schöpfer, Heller; Steiger, Häfliger, Tschamper, Rüegger (3), Oggier (5/3), Huber, Riedweg (7), Döös (3), Hofer (2/1), Glur, Häfliger, Graber (1), Wyss.  
Bemerkungen: Strafen: 3-mal 2 Minuten für Muri, 1-mal 2 Minuten für Dagmersellen. Siebenmeter: 3/4 für Muri, 4/7 für Dagmersellen.