, Willi Steffen

Das Schlimmste verhindert

1. Liga, Gruppe 3: TV Dagmersellen- TV Muri 33:26 (15:9)

Der personell arg strapazierte TV Muri musste in Dagmersellen durch ein Stahlbad. Dank Charakter und einer Leistungssteigerung nach einem hoffnungslosen Zwischenresultat wurde eine Kanterniederlage verhindert.
 
Im dritten Saisonspiel gegen den TV Dagmersellen wurde einem nach der Pause um den TV Muri angst und bange. Mit einem Sechs-Tore-Vorsprung im Rücken spielte sich der Gastgeber in den folgenden Minuten in einen Rausch. Bis zur 43. Minute lagen die Einheimischen mit elf Längen vorne. Muri auf der anderen Seite zeigte Auflösungserscheinungen. Nichts wollte mehr gelingen. Dementsprechend negativ war die Körpersprache. Kommt dazu, dass die Freiämter mit nur acht Feldspielern ins Luzerner Hinterland gereist waren. Gleich alle drei Kreisspieler waren abwesend. Was auf Grund der Personalsituation befürchtet werden musste, schien einzutreffen. Die blutjunge Murianer Mannschaft schien überfordert. Dazu sagt Trainer Claude Bruggmann: „Mit der Mannschaft, die auflief, waren wir nicht wirklich konkurrenzfähig. Insgeheim habe ich befürchtet, dass es so herauskommt.“ Man habe nun einmal nicht die Qualität gehabt, um einen solchen Gegner zu schlagen, ergänzt er.
 
Mit dem Rücken zur Wand folgte Reaktion
Wie aus dem Nichts heraus kippte nach dem 23:12 das Momentum auf die Gästeseite. Auf einmal fielen die Tore wie reife Früchte. Angeführt vom 17-Jährigen Flügelspieler Eligio Gombose setzte Muri zur Aufholjagd an. Neben ihm trafen nun auch die Rückraumschützen wieder ins Schwarze. In der 53. Minute betrug der Rückstand nur noch fünf Tore. Wie kam diese Wende zu Stande: „Für mich war das Resultat nicht mehr wichtig. Ich nutzte die Situation, um einige Sachen auszuprobieren. Dass die Mannschaft sich nicht abschlachten liess, war auch eine Frage des Charakters. Die Jungs haben sich nicht beeindrucken lassen und kämpften sich zurück. Weiter begünstigte uns, dass der Gegner mit der Konzentration nachliess“, so Bruggmann. Danach kam es zu einem offenen Schlagabtausch. Die letzten Minuten spielte Muri mit einer Manndeckung. Zwar erzielte man weitere Treffer. Dafür lief man in einige Gegenstösse. Was mit sich zog, dass die Freiämter am Schluss mit sieben Toren Differenz verloren. Eine weitere positive Folge des Umschwungs war, dass Muri die zweite Halbzeit mit plus zwei Treffern gewann. Zur Manndeckung sagt Bruggmann: „Wir hatten schnelle und wendige Spieler auf dem Feld. Deshalb habe ich diese Massnahme angeordnet. Mit der Hoffnung, dass wir davon profitieren können, wenn eine solche Massnahme einmal benötigt wird.“
 
„Ursin Schleiss hat uns im Spiel gehalten“
Zu Beginn der Partie hielt sich das dezimierte Gästeteam wacker. Nach 20 Minuten lag man mit zwei Treffern hinten. Was Muri für ein besseres Zwischenresultat fehlte, war die Präzision im Abschluss. Dazu trug auch Torhüter Häller bei mit einer starken Quote und die Torumrandung, die gleich fünf Mal getroffen wurde. Festzustellen war auch, dass das Niveau in dieser Phase tief war. Auf beiden Seiten reihten sich Stockfehler an Stockfehler aneinander. „Das Resultat zu diesem Zeitpunkt täuschte. Wir hätten auch höher hinten liegen können. Ursin Schleiss hielt uns mit starken Paraden im Spiel“, sagt Bruggmann. Er sehe es positiv. Für alle Jungen die viel Einsatzzeit bekommen hätten, sei es gut gewesen. Sie hätten wichtige 1. Liga-Erfahrungen sammeln können, zieht der Trainer abschliessend Bilanz.
 
 
Kurz-Telegramm:
Chrüzmatt. – 111 Zuschauer. – SR: Kappeler / Andreoli.
Muri: Schleiss, Wipf; Dani Lang, Dominik Lang, Angehrn, Kaufmann, Käser, Kreuzer, Huber, Gomboso.
Muri ohne Heusi, Schwenkfelder, Zucker, Pantic