, Philippe Knecht
Die Lotterie mit den Aarauern
Am späten Sonntagabend trifft die erste Mannschaft des Handball TV Muri auf einen etablierten Kontrahenten. Mit der SG HSC Suhr Aarau II wartet eines der wenigen Teams auf die Klosterdörfler, das ihnen in der Vorrunde empfindlich Punkte stehlen konnte.
Bislang läuft es gut für Björn Navarin, Trainer der Murianer Erstligisten. Nach dem 26:26 Unentschieden gegen die SG Horgen/Wädenswil letzten Samstag hat sich sein Team weiter auf dem dritten Tabellenplatz festigen können und verfolgt die EhrEndingen Celtics, die mit nur einem Punkt Vorsprung den zweiten Rang verteidigen und morgen der SG Handball Seetal gegenüberstehen. Umso spannender ist für Navarin und seine Spieler die Aussicht, Punkte zu sammeln und zu hoffen, dass die Seetaler den Klostedörfler einen Gefallen tun.
Zufall, oder doch nicht?
«Beim HSC ist nie wirklich klar, mit welcher Truppe sie ans Spiel kommen», erläutert der Trainer der Murianer mit Blick aufs Aarauer Kader, das ihn erwarten wird. Das Überraschungsmoment habe Suhr-Aarau auf seiner Seite, weil der Verein in deren erster Mannschaft über ein Nationalliga-B-Gefäss verfügt und so gelegentlich auch Spieler an die erste Liga entlehnen kann, um dort auszuhelfen. «Da ist es wie in einer Lotterie: wer von ihnen kommt, wer nicht?»
Gegen den HSC Suhr-Aarau will Muri nichts dem Zufall überlassen. «Grundsätzlich haben wir auch mit den Aarauern noch eine Rechnung offen», ordnet Navarin ein. «Im Heimspiel sind wir recht unter die Räder gekommen.» Tatsächlich: Am 25. Oktober unterlag Muri dem HSC zuhause mit 27:35 (11:15). In den letzten zehn Minuten des Spiels gelang es den Murianern trotz einer starken Schlussphase und lautstarker Unterstützung in der Bachmattenhalle nicht mehr, die zu Spielbeginn aufgebaute Zehn-Tore-Führung der Aarauer aufzuholen. «Da haben wir sie zu sehr auf die leichte Schulter genommen», sagt Navarin, «und nachdem, was wir in letzter Zeit vernehmen konnten, war ihr Hinspiel gegen uns auch unter den bislang besten Saisonleistungen der Aarauer zu finden.» Für das anstehende Rückspiel haben sich die Murianer entsprechend einiges vorgenommen: «Das wollen wir nicht nochmal erlauben.»
«Hinten hat alles prima funktioniert. Es sind nur Kleinigkeiten: bereit sein, nicht rumstehen und die Faust machen, solche Dinge passieren uns vereinzelt. Jetzt arbeiten wir daran, über noch ausgedehntere Zeit die Löcher zuzumachen.» Es werden hierzu auch alle drei Murianer Torhüter dabei sein (Ivo Rütimann, Ursin Schleiss, Jul Baeriswyl).
Keine Experimente und voller Fokus
Hat Muri vielleicht sogar einen Geheimtrick auf Lager, um die Aarauer aus dem Konzept zu bringen? Trainer Navarin winkt ab: «Wir haben vergangene Woche versucht, im Angriffsspiel eine neue Erweiterung in unser Spiel einzubauen. Diese hat noch nicht ganz so funktioniert, wie ich mir das vorgestellt habe – aber wir behalten das sicher im Auge, damit wir reagiren können, falls die Deckung der Gegner mal etwas anders steht als wir es uns gewohnt sind.»