, Simon Strebel

Muri müht sich zum Sieg

1. Liga, Gruppe 2: SG Handball Seetal - Handball TV Muri 27:28 (13:14)

Der Handball TV Muri sichert sich gegen die SG Handball Seetal die zwei budgetierten Punkte, muss dafür aber mehr und länger kämpfen als erhofft. Am Ende bringen die Freiämter den Minimalvorsprung über die Zeit und festigen damit den dritten Tabellenplatz.
 
Nach der Partie zwischen der SG Handball Seetal und dem Handball TV Muri wird für einmal auf beiden Seiten gefeiert. Das Heimpublikum feiert den Tabellenletzten für einen kämpferischen und mutigen Auftritt, mit dem man die Gäste aus dem Klosterdorf an den Rand eines Punktverlusts gebracht hat. Muri auf der anderen Seite feiert den Sieg, tut dies aber mit einer gewissen Zurückhaltung. Man ist sich im Murianer Team bewusst, dass man soeben mit einem blauen Auge davongekommen ist. «Wir haben 20 Fehlwürfe und 13 technische Fehler. Das ist eine Menge, die man so liegen lässt und dann erstmal wegarbeiten muss.», fasst Muri Trainer Björn Navarin nach Spielende treffend zusammen. Es sind diese Eigenfehler, die auf Seiten des Handball TV Muri die unterhaltsame Partie am Samstagabend geprägt haben.
 
Mangelnde Wurfqualität verhindert die Entscheidung
Trotz deutlicher Favoritenrolle der Murianer wurde schnell klar, dass die Tabellenletzten die Klosterdörfler bis aufs Äusserste fordern würden. Die aussichtslose Tabellensituation hinsichtlich des drohenden Abstiegs liess die SG Handball Seetal von Beginn an scheinbar unbeschwert aufspielen und das lautstarke Heimpublikum beflügelte die Gastgeber zusätzlich. Angeführt vom wendigen Spielmacher Flavio Grüter knackten die Luzerner das Murianer Abwehrbollwerk mehrfach und profitierten auf der anderen Seite von den Fehlern im Murianer Angriffsspiel. So entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, in welchem sich keines der Teams einen nennenswerten Vorteil verschaffen konnte und so wurden beim Stand von 13:14 die Seiten gewechselt. Nach der Pause erwischten die Murianer einen guten Start und konnten sich innert fünf Minuten erstmals um 3 Tore absetzen. Um diesen Lauf des TV Muri zu stoppen und eine Vorentscheidung zu verhindern, nahm Seetal Trainer Thomas Helfenstein bereits frühzeitig seine Auszeit, was sich als guter Schachzug entpuppen sollte. Das Heimteam konnte sich fangen und bis zur 45. Minute wieder auf 20:21 herankämpfen. Auf dieses Aufbäumen der Gastgeber folgte dann die beste Phase im Murianer Spiel. Eine Überzahlsituation und zwei starke Paraden von Ivo Rütimann konnten die Freiämter nutzen, um sich bis zur 51. Minute auf 21:26 abzusetzen. Das 26. Murianer Tor – ein Gegenstoss durch Kreisläufer Tom Angehrn – schien die Entscheidung zu sein. Die wacker kämpfenden Gastgeber liessen jedoch nicht locker und kämpften sich abermals heran. Dass dies möglich war, ist hauptsächlich den zahlreichen Murianer Fehlwürfen in der Schlussphase geschuldet. Mal für Mal scheiterten die Freiämter aus aussichtsreicher Position an Seetals Schlussmann Jovin Hofmann. Die Murianer Fehlwürfe waren ein entsprechendes Ärgernis für Navarin, der nach dem Spiel einen detaillierten Einblick gab, was er an der Wurfqualität seines Teams bemängelt: «Was mich ärgert, sind die Fehlwürfe, wenn wir allein vor dem Tor sind und halbhoch werfen. Das ist immer wieder ein Thema. Zudem ist der Sprung vor dem Wurf häufig einfach zu schlecht. Der ist zu schlecht, weil er nicht hoch genug ist, weil wir dadurch keine Zeit haben und dann kommen diese Automatismenwürfe, bei denen der Torhüter heute einfach ziemlich aggressiv auf den Ball gegangen ist. Für uns ist das ärgerlich, weil das Fehler sind, die wir einfach verhindern könnten». Beispiele dafür gab es insbesondere in den letzten fünf Spielminuten, in denen Muri kein Tor mehr gelang, mehrfach. Am Ende war das Glück auf Murianer Seite, weil auch Seetals letzte zwei Angriffe mit der Chance auf den Ausgleich ungenutzt verstrichen. «Schlussendlich nehmen wir diese zwei Punkte gerne mit.», bilanzierte Navarin erleichtert.
 
Wegweisendes Duell gegen Horgen / Wädenswil
Mit dem Sieg festigt der Handball TV Muri den dritten Tabellenplatz und kommt bis auf zwei Punkte an die Zweitplatzierten HSG EhrEndingen Celtics heran. Am nächsten Samstag empfangen die Murianer die SG Horgen / Wädenswil, die drei Punkte hinter Muri auf dem vierten Platz liegt. Es dürfte eine wegweisende Partie für den Rest der Saison werden. Muri will sich als erster Verfolger von Ehrendingen etablieren und Horgen / Wädenswil will aus dem Zweikampf um Platz 2 einen Dreikampf machen. Für einen Erfolg wird Muri die eigenen Fehler reduzieren und besonders die Wurfqualität verbessern müssen.
 
SG Handball Seetal - Handball TV Muri 27:28 (13:14)
Hochdorf Avanti. - SR: Aleksic Tihomir, Joss Bertin– Strafen: 3 mal 2 Minuten gegen Muri; 1 mal 2 Minuten gegen Seeatal
Muri: Schleiss, Rütimann, Baeriswyl, Galizia (2), Wey (5/2), Mrose (1), Furter (1), Dominik Lang, Kreyenbühl, Daniel Lang (1), Köhle (1), Tom Angehrn (1), Hafner (5), Külling (2), Noel Angehrn (9)
Seetal: Hofmann, Molina Rodriguez, Cornel Grüter (6/4), Bachmann (1), Haefliger (1), Flavio Grüter (9), Felder, Süess (1), Stutz (3), Brunner (2), Billing, Wigger, Kulli (4), Blunschi