, Philippe Knecht
Das grosse Geheimnis
Mit Sieg gegen den KTV Muotathal im Rücken blickt das Handball-«Eis» aus Muri seinem nächsten Auswärtsspiel entgegen. Auf der anderen Seite des Lindenbergs wartet das Rückspiel gegen die SG Handball Seetal. Die Hochdorfer Mannschaft ist auf Revanche aus, nachdem sie im Herbst in der Bachmattenhalle eine herbe Niederlage erlitten.
Trotz klaren Tabellenverhältnissen sieht Muri Trainer Björn Navarin die Mannschaft aus Hochdorf als ebenbürtigen Gegner. Muri liegt mit 20 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz und hat einen 4 Punkte Rückstand auf den Tabellenrang zwei, wo momentan die EhrEndingen Celtics stehen. Die SG Handball Seetal ist nach nur einem Sieg aus 15 Spielen das Schlusslicht in der Tabelle. Auch der deutliche 38:20 Sieg im ersten Vergleich der zwei Teams spricht klar für Muri. Dennoch mahnt Navarin zur Vorsicht: «Gegen Seetal war im Hinspiel der Start etwas harzig. In die Pause gingen wir mit einer 16:11-Führung, haben dann aber in der letzten Viertelstunde noch einmal in kurzer Zeit 7, 8 Tore obendrauf gelegt und mit 38:20 gewinnen dürfen.»
Muri wieder auf Kurs
Muri ist im Spiel gegen Muotathal letzte Woche arg gefordert worden. «Das Spiel gegen Muotathal war zu Beginn etwas wackelig», sagt Navarin, «weil wir nicht wussten, wie die Muotathaler nach ihrer Pechsträhne mit zuletzt 3 Niederlagen und 1 Unentschieden auflaufen würden. Sie haben dann den besseren Start erwischt, weil wir noch vom Siggenthal Match etwas verunsichert waren. Das führte dann zu etwas verklemmter Spielweise zu Beginn bei uns, doch wir fingen uns innert zehn Minuten wieder und ab da bin ich sehr zufrieden mit unserer Leistung von letzter Woche. Zufrieden und stolz!»
Durch die rote Karte zum Schluss der ersten Halbzeit verlor Muri mit Noel Angehrn gegen Muotathal früh einen wertvollen Schlüsselspieler. «Die verbleibenden Feldspieler waren grossteils noch so jung, dass unser Kader als U19 hätte durchgehen können», schmunzelt Navarin. Doch Levi Wey, Simon Hafner und die restliche Verteidigung wurden der Herausforderung gerecht und brachten den Sieg über die Ziellinie.
Fokus auf eigenem Spiel
Wie soll es aber nun angegangen werden, das Spiel gegen die Seetaler, auswärts in Hochdorf? «Auf die Tabelle dürfen wir aktuell keinen Fokus legen», schätzt Navarin ein. «Wir analysieren Seetal nicht aufgrund deren Performance, sondern konzentrieren uns darauf, wie wir Handball spielen wollen.» In keinster Weise soll das deutlich gewonnene Hinspiel gegen die Seetaler eine Prophezeihung für einen garantierten Sieg sein. «Auch das Spiel morgen muss gewonnen werden – und besonders bei so einer jungen Mannschaft wie Seetal muss man immer mit allem rechnen. Wir wollen die zwei Punkte holen, unabhängig davon wie viele Tore geschossen werden.»
Ein guter Start in eine Partie könne helfen aber wie man beim Schweizer Nationalteam an der Europameisterschaft beobachten konnte, ist ein konstant hohes Niveau zentral für einen Erfolg: «An der Europameisterschaft haben wir auch Mannschaften gesehen, die mit neun Toren lange Zeit vorne liegen und dann doch noch verlieren können.» Mittlerweile könne man einen soliden Start nicht mehr überbewerten, denn ein Comeback sei während einer Handballpartie jederzeit möglich. Navarin ergänzt, worauf es wirklich ankommt: «Man muss während 60 Minuten wirklich versuchen, sein eigenes Spiel durchzuziehen – ohne überheblich zu werden, wenn man führt, und ohne den Kopf zu verlieren, wenn man mal hinten liegt – das ist das grosse Geheimnis.»